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ALTES LADINISCHES LAND

Die ladinische Sprache

Der Anschluss Rätiens an das Römische Reich ermöglichte die Verbreitung der lateinischen Sprache unter der einheimischen Bevölkerung.

Das von römischen Soldaten und Händlern vermittelte Vulgärlatein erfuhr vor Ort im Lauf der Jahrhunderte einen besonderen Wandel, aus dem die ladinische Sprache oder das „Rätoromanische“ hervorging.

Es gibt Hinweise darauf, dass sich in der Vergangenheit ein großes ladinisches Einflussgebiet gebildet hat, das von den Quellen des Rheins bis nach Triest, von der Donau bis zum Gardasee reichte.

Die ladinische Sprache ist heute in vielen lokalen Varietäten artikuliert, die dennoch alle zusammen ein eigenständiges Sprachsystem bilden. Ladinisch ist also eine romanische Sprache, die durch einige charakteristische Phänomene gekennzeichnet ist:

  • die Erhaltung des finalen ladinischen -s (wie bei der Bildung des Plurals);
  • die Palatisierung der Verbindungen GA und CA;
  • die Erhaltung der Gruppen pl, bl, fl, cl usw.;
  • die Reduzierung der Verbindungen QU und GU.

Spuren des vorlateinischen Lexikons, insbesondere in der Toponymik, sind in den ladinischen Idiomen erhalten, während der Beitrag der Kontaktsprachen, d.h. der Tiroler und hochitalienischen Dialekte, über die Jahrhunderte hinweg bedeutend war.

Das Fassano stellt das südlichste ladinische Idiom der Dolomitengruppe dar.

Er wird in drei Hauptarten unterteilt, die örtlich als Cazèt (hohes Tal), Brach (Zentrum des Fassatals) und Moenat (in Moena) bezeichnet werden.

Ladinische Gebiete heute

  • Kanton Graubünden (ca. 50.000) Engadin, Mustairtal, Surmeir, Sutselva
  • Ladinische Dolomiten (ca. 30.000) Gröden, Gadertal, Marebbe, Fassatal, Livinallongo, Cortina d’Ampezzo.
  • Comelico (ca. 10.000)
  • Friaul (ca. 700.000)